Sie heißen Sharifa, Miguel oder Julian und stellen ganz normale Münchner Kinder dar. Jedes Kind (Puppe) hat einen Namen und eine eigene Persönlichkeit. Jedes Kind (Puppe) hat Lieblingsspiele und Lieblingsspeisen. Manche Kinder (Puppen) kennen die Heimat ihrer Eltern gar nicht, manche fahren mindestens einmal im Jahr dorthin. Die Kinder (Puppen) sprechen eine, zwei oder drei Sprachen, manche sprechen Dialekte.
Vorschläge zum Puppenspiel und weitere nützliche Informationen finden Sie im Handbuch, welches Sie auf Wunsch erhalten.
Das Jahr 2008 lief auf der Ebene der EU-Kulturpolitik unter dem Motto „The year of diversity“. Passend zu diesem Titel wurde ein EU-Theater-Projekt mit dem kritischen Titel “An Open Europe?” ins Leben gerufen. Die Führung dieses Projektes lag beim Riksteatret in Oslo. Unser Puppenprojekt war eines der Subprojekte und das einzige Kinderprojekt. Im Rahmen dieses Projektes wurden 11 neue Handpuppen als Prototypen gefertigt, welche die durch Migration und Globalisierung entstandene Vielfalt der Menschen in Europa darstellen. Natürlich repräsentieren diese europäischen Puppenkinder ebenfalls neue Menschentypen wie z.B. ein französisch-senegalesisches Mädchen.
Ein kleines Team fertigte in liebevoller Handarbeit die unterschiedlichen Puppenköpfe, im Nähwerk vom Weißen Raben wurden die Puppenkleider genäht. Wir verwendeten nur hochwertiges Material. Im Nähwerk vom Weißen Raben wurden die Puppenkleider genäht.
Für dieses EU-Projekt waren wir mit einer kleinen Truppe, bestehend aus Pädagogen und Musikern, jeweils in Oslo und in Marseille eingeladen und haben Puppen, Geschichten und Musik auf Diversity-Festivals und in Kindergärten präsentiert.
Unsere Interkulturellen Geschichten sowie die Lieder für die Puppen schreiben wir größtenteils selbst, indem wir unsere Erfahrungen aus der eigenen Familie und aus unserem multikulturellen Umfeld mit einbeziehen. Ebenso sind wir dabei, ein Netzwerk an Kooperationen mit europäischen und außereuropäischen Partnern aufzubauen.
Was die musikalische Begleitung von Geschichten und Puppen angeht, so arbeiten wir mit renommierten Musikern zusammen.
Lange Zeit hat man sich um die Vermittlung der Muttersprache nicht so viele Gedanken gemacht. Das funktionierte irgendwie oder funktionierte auch nicht so gut. Schließlich gibt es in Deutschland ein paar Millionen Menschen, die ihre Muttersprache nicht richtig beherrschen! Uns ist es wichtig, Kindern und Erwachsenen zu vermitteln, dass der gelungene Erstspracherwerb eine Basis ist für jede Art von Kommunikation und auch die Grundlage für Mehrsprachigkeit.
Ulrike Gaidosch-Nwankwo
Kikula - Kinderkulturland
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